Die Langzeitfolgen eines Aufenthalts auf der Intensivstation (ICU) können für Überlebende und ihre Familienangehörigen signifikant sein. Untersuchungen der letzten Jahrzehnte haben zeigen können, dass Patienten neue oder sich verschlechternde körperliche, psychische und kognitive Beeinträchtigungen entwickeln können. Auch haben Familienangehörige nach der Entlassung der Patienten aus der Intensivstation häufig psychische Probleme.

Erfahrungen nach Intensivstation

Wissenschaftler der Universität von Groningen, Niederlanden, wollten wissen, welche Erfahrungen ICU-Überlebende und deren Familienangehörige drei Monate nach der Entlassung in Bezug auf ihre Gesundheit machen und welchen Einfluss diese Erfahrungen auf ihre Rollen und die Beziehungen innerhalb des Familiensystems haben. Studienteilnehmer waren 10 überlebende Patienten einer großen Intensivstation in dem niederländischen Universitätskrankenhaus und 10 Familienangehörige.

In der Studie führten ICU-Pflegekräfte drei Monate nach der Entlassung der Patienten ausführliche Interviews mit den ICU-Überlebenden und ihren Angehörigen durch. Die Interviews wurden audioaufgezeichnet und wortgetreu übertragen. Die Forscher fanden 4 Hauptthemen: Die persönliche Autonomie, die narrative Rekonstruktion, die Beziehungsdynamik und die empathische Anteilnahme.

Diese Themen waren bei den Überlebenden und den Angehörigen in unterschiedlicher Weise zu beobachten und zeigten die Eigenständigkeit ihrer Erfahrungen. In jedem Fall war die körperliche Genesung das primäre Anliegen in beiden Gruppen, nicht zuletzt, um die persönliche Autonomie wiederzuerlangen.

Die weiteren Analysen ergaben dann aber auch, dass die unterschiedlichen ICU-Erzählungen von Überlebenden und Angehörigen die emotionale Erholung einschränkten. Beziehungsdynamiken entstanden durch das Wechselspiel von Gefühlen der Verbundenheit und Entfremdung, empathische Anteilnahme war dagegen durch Schuldgefühle und Ambivalenz gekennzeichnet.

Diese Studienergebnisse bieten die Möglichkeit, die Gesundheitswahrnehmungen von ICU-Überlebenden und deren Familienangehörigen besser zu verstehen, so die Autoren. Das könne ein Beitrag dafür sein, die Nachsorge nach einem Intensivstationsaufenthalt zu verbessern, vor allem, wenn das gesamte Familiensystem aktiv mit einbezogen wird.

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier

(drs)

Veröffentlicht am: 20. Januar 2026Kategorien: Medizin aktuellSchlagwörter: ,

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