
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten bakteriellen Infektionen im Kindesalter. Eine frühzeitige antibiotische Behandlung kann vor Komplikationen schützen. Ärzte können bereits bevor der Erreger im Labor nachgewiesen ist, eine Therapie einleiten. Dies nennt man dann eine empirische Therapie. Diese Art der sofortigen Behandlung setzt aber auch voraus, dass man Kenntnis über die lokale Epidemiologie der Erreger hat.
Trends bei Resistenzraten
Wissenschaftler des Sheba Medical Center, Ramat Gan, Israel, haben in einer Studie die Trends bei den Resistenzraten von ambulant-erworbenen Harnwegsinfektionen im Zeitraum zwischen 2017 und 2023 untersucht und versucht, zu ermitteln, ob die aktuellen Empfehlungen für eine empirische Therapie noch wissenschaftlich bewiesen sind und ob es Risikofaktoren für Antibiotikaresistenzen gibt.
Analyse
Mit Hilfe eines computergestützten Systems sammelten die Forscher die Daten aus einer großen Gesundheitskasse in Tel Aviv von allen Kindern und Jugendlichen, bei denen in den Jahren 2017, 2022 und 2023 eine Harnwegsinfektion diagnostiziert wurde und führten statistische Untersuchungen durch. Sie analysierten so insgesamt 24.592 Urinproben. Der am häufigsten isolierte pathogene Keim war mit 76-78 % Escherichia coli, wobei er häufiger bei den Mädchen als bei den Jungen zu finden war (78,3 % im Vergleich zu 59,3 %).
Die Empfindlichkeit der Erreger gegenüber er Antibiotikaklasse der Cephalosporinen der ersten Generation verbesserte sich deutlich (von 73 % im Jahr 2017 auf 82 % im Jahr 2022), während Cephalosporine der zweiten und dritten Generation nur geringe Schwankungen zeigten. Die weiteren Untersuchungen ergaben, dass die Resistenz der Keime gegenüber Fluorchinolone deutlich von 7 % auf 20 % zunahm.
Starke Risikofaktoren für die Antibiotika-Resistenzen waren ein weibliches Geschlecht, ein höheres Lebensalter, vorherige Antibiotikaanwendungen und Anomalien der Harnwege. Die bei den meisten Erregern und Antibiotika beobachtete Zunahme der Resistenzrate war statistisch signifikant, so die Studienautoren. Fluorchinolone sollten wegen der hohen Resistenzraten bei Harnwegsinfektionen nicht mehr eingesetzt werden.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier
(drs)




