
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Rassistische Erfahrungen im Gesundheitswesen sind kein Einzelfall. Das haben Forschende des Lehrstuhls für Versorgungsforschung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) herausgefunden. Gesundheitliche Beschwerden werden teils nicht ernst genommen oder falsch eingeschätzt. Folglich wächst das Misstrauen gegenüber der Versorgung.
Dafür haben sie rund 800 Beiträge auf verschiedenen Bewertungsplattformen wie jameda.de und klinikbewertungen.de sowie auf YouTube und TikTok analysiert. Die Posts wurden sowohl quantitativ nach häufig genannten Themen als auch qualitativ nach ihren Inhalten und emotionalen Erfahrungen ausgewertet.
Diskriminierung
Besonders häufig berichteten Patienten von Benachteiligungen aufgrund von Sprache und Herkunft. Demnach führten Verständigungsprobleme in einigen Fällen dazu, dass Beschwerden nicht ernst genommen oder falsch eingeschätzt wurden – mit Folgen für Diagnose und Behandlung.
Weitere wiederkehrende Themen waren:
- rassistische Stereotype, die Behandlungsentscheidungen beeinflussten
- fehlende kulturelle Sensibilität im Umgang mit Patienten
- Misstrauen in das gesamte Gesundheitssystem als Folge der Diskriminierungserfahrungen
- Emotionale Berichte machen das Ausmaß sichtbar
Auffällig war für die Forschenden die Intensität vieler Beiträge. Zwar war die Zahl der Posts und Kommentare zu Rassismus im Gesundheitswesen insgesamt geringer als bei anderen Gesundheitsthemen, wie zum Beispiel Krebsprävention oder die COVID-19-Pandemie – die veröffentlichten Erfahrungsberichte waren jedoch oft besonders ausführlich und emotional.
Handlungsempfehlungen zum Abbau von Rassismus in der Gesundheitsversorgung finden Sie hier
Quelle: News UW/H




