
Bild von Thomas Ulrich auf Pixabay
Psychische Gesundheit wird auf TikTok in vielen Fällen teilweise oder ganz falsch dargestellt. Aussagen wie „Symptome einer Angststörung: zu viel essen“ bis zu „Narzissten lieben sind in deutschsprachigen TikTok-Videos weit verbreitet. Doch nur knapp jeder fünfte Videoinhalt ist korrekt. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LVR-Universitätsklinik Essen und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Für die Untersuchungen wurden 177 Videos mit rund 94 Millionen Aufrufen untersucht und
Von den analysierten Videos wurden nur 19,2 % als korrekt eingestuft. 33,3 % waren falsch, 18,1 % übergeneralisiert (also zu allgemein formuliert, ohne wissenschaftliche Grundlage), und 29,4 % handelten lediglich von persönlichen Erfahrungen und gaben keine wissenschaftlichen oder medizinischen Hintergrundinformationen wieder.
Falsche Selbstdiagnosen
Wenn sich Menschen auf TikTok zu ihren eigenen Symptomen informieren wollen und dabei vor allem auf Fehlinformationen stoßen, könnte dies zu falschen Selbstdiagnosen oder einem verzögerten Therapiebeginn führen. Dies könnte vor allem für die zahlreichen jungen Nutzern auf TikTok relevant sein.
Aaron Mroß, der die Studie zusammen mit Dr. Benedikt Langenbach aus der AG Psychopathologische Forschung unter Leitung von Prof. Dr. Katja Kölkebeck entwickelt und durchgeführt hat, wünscht sich, dass Gesundheitsinstitutionen und Behandler sich stärker als bisher in die sozialen Medien einbringen: „Wenn Fachleute auf Social Media klare, verständliche und ansprechende Inhalte erstellen, könnten sie den Fehlinformationen entgegenwirken.“ „Social Media kann zwar ein wertvolles Forum für den Austausch sein, es ist aber kein Ersatz für medizinische bzw. psychotherapeutische Beratung und Diagnostik“, ergänzt Dr. Langenbach, der Letztautor der Studie.
Quelle: idw / Universitätsklinikum Essen




