
Virtuelle Influencerin Lil Miquela hat 2,5 Mio. Follower (Screenshot: University of Melbourne). Bildquelle: pte
Virtuelle Influencer beeinflussen zunehmend Entscheidungen und Weltanschauungen. Sie haben Millionen Follower in den sozialen Medien, doch sie existieren nicht wirklich. Für den Wissenschaftler Tommaso Durante von der University of Melbourne sind sie Beispiele für einen grundlegenden Wandel in der globalen Kultur.
In einer Studie hat Durante eine virtuelle Influencerin mit dem Namen Lil Miquela untersucht. Sie hat 2,5 Millionen Instagram-Follower, eine High-Fashion-Garderobe und eine klare politische Meinung. Sie hat sich für Black Lives Matter und die LGBTQI+-Community eingesetzt, große Markenkampagnen angeführt und eine treue globale Fangemeinde aufgebaut.
Marken Aktivitismus
Virtuelle Influencer würden zunehmend für das eingesetzt, was die Branche als „Marken Aktivismus“ bezeichnet, also die Unterstützung sozialer Bewegungen, politischer Anliegen und kultureller Werte. Wenn jedoch ein Algorithmus die politische Haltung eines virtuellen Influencers fördere, weil dies wirtschaftlich rentabel sei, werde der öffentliche Diskurs von kommerzieller Logik geprägt und nicht von echter menschlicher Überzeugung.
Dabei gehe es um weit mehr als um Marketing. Virtuelle Influencer seien Frühindikatoren für einen viel tieferen strukturellen Wandel, der bereits jetzt die Funktionsweise von Macht, Kultur und Identität in einer vernetzten Welt neugestalte.
Die Technologie, die dies antreibe, werde nur noch ausgefeilter werden, prophezeit Durante und warnt: „Die virtuellen Influencer von heute sind relativ leicht zu erkennen. Die kommenden werden es nicht sein.“
Quelle: pte




