Die bisher bekannt gewordenen Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken für eine Pflegereform würden das Armutsrisiko für Pflegeheimbewohnende weiter verschärfen. Das zeigt ein aktuelles Kurzgutachten des Bremer Gesundheitsökonom Prof. Heinz Rothgang im Auftrag der DAK-Gesundheit.

Finanzielle Belastung

Mit der geplanten Pflegereform soll nach bisherigen Informationen die zeitliche Staffelung der Zuschläge, die Heimbewohnende je nach Dauer ihres Aufenthalts erhalten, künftig gestreckt werden. Dadurch würden die Eigenanteile für Pflegebedürftige in Heimen deutlich langsamer sinken als bisher, was unmittelbare Auswirkungen auf die finanzielle Belastung der Betroffenen hätte.

Würden die neuen Zuschlagsregelungen sofort gelten, läge laut DAK-Kurzgutachten von Prof. Rothgang der durchschnittliche Eigenanteil für alle Heimbewohnenden unabhängig von der Aufenthaltsdauer sofort um 161 Euro im Monat höher als bisher.

Nach dem neuen Reformplan dauert es viereinhalb Jahre, bis Heimbewohnende die maximale Entlastung in Höhe von 75 Prozent erhalten. Wer seit Januar dieses Jahres im Heim lebt, müsste innerhalb dieses Zeitraums insgesamt knapp 20.000 Euro zusätzlich selbst zahlen.

Prof. Dr. Heinz Rothgang (Universität Bremen) sieht die mögliche Reformmaßnahme kritisch: „Ein solcher Reformansatz erzeugt nur Verlierer und gefährdet das langfristige Ziel der sozialen Pflegeversicherung. Anstatt die ohnehin schon zu hohen Kosten für die Heimbewohnenden effektiv zu deckeln, nehmen deren Belastungen aufgrund der Leistungskürzungen weiter zu. Ein wirksamer Schutz gegen das Armutsrisiko Pflegebedürftigkeit ist mit diesem Ansatz nicht möglich. Damit führt sich die Pflegeversicherung selbst ad absurdum.“

Quelle: News DAK-Gesundheit

Veröffentlicht am: 21. Mai 2026Kategorien: Gesundheitspolitik, PflegeSchlagwörter:

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