Die Floskel „Lachen ist gesund“ ist bekannt. Dass es mehr als eine Floskel ist, konnten Forscherinnen am Universitätsklinikum Jena (UKJ) in einer aktuellen Metastudie wissenschaftlich nachweisen.

Studie

Anlass für die Studie war ein Zeitungsartikel mit der Überschrift „Ist Lachen wirklich gesund?“ zum Weltlachtag vor vier Jahren. Eine Antwort auf diese Frage wollten die Psychologin PD Dr. Jenny Rosendahl vom Universitätsklinikum Jena und die Jenaer Medizinstudentin Katharina Stiwi finden.

Ausgewertet wurden 45 randomisiert-kontrollierte Studien, in denen die Wirkung von Lachtherapien in verschiedenen Patientengruppen getestet wurde. Die Studien stammten aus den vergangenen 30 Jahren und 14 Ländern mit insgesamt mehr als 2.500 Personen. Das Spektrum der Studiengruppen reichte von Diabetes- und Herz-Kreis-Lauf-Patienten über Pflegeheimbewohner mit Depressionen und Krebspatienten während der Chemotherapie bis hin zu Smartphone-süchtigen Schülern.

Lachtherapieansätze

Ansätze für eine Lachtherapie waren spontanes Lachen, z. B. auf humorvolle Filme oder Spiele, oder simuliertes angeleitetes Lachen wie beim Lachyoga. Die Lachtherapie dauerte von einmalig wenigen Minuten bis über Wochen in regelmäßigen Terminen. Positive Effekte zeigten sich sowohl für physiologische Parameter als auch für die körperliche und seelische Gesundheit bei den Probanden.

Fazit:

„Insgesamt konnten wir eine positive Wirkung der Lachinterventionen feststellen“, fasst Katharina Stiwi das Ergebnis zusammen, „und zwar sowohl auf physiologische und körperliche Zielgrößen als auch bei mentalen Parametern“.  Zudem fanden die Autorinnen einen Zusammenhang von Wirkung und Alter der Studienteilnehmer: Je jünger diese waren, desto hilfreicher erwies sich die Lachtherapie.

Ein Problem sieht Jenny Rosendahl in der großen Heterogenität der zugrunde liegenden Studien, die es schwierig macht, eine Empfehlung für eine konkrete Patientengruppe abzugeben.

Weiterer Forschungsbedarf

Vor einer allgemeinen Empfehlung von Lachtherapien sehen die Autorinnen jedoch weiteren Forschungsbedarf zu den Anwendungsgebieten und Wirkmechanismen sowie zu Nebenwirkungen, die bislang kaum dokumentiert wurden.

Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal Complementary Therapies in Clinical Practice veröffentlicht.

Den kompletten Wortlaut der Pressemeldung finden Sie auf der Website des Universitätsklinikums Jena

Quelle: PI UKJ, 27.4.2022

Veröffentlicht am: 18. Juni 2022Kategorien: Medizin aktuell, PraxiswissenSchlagwörter: , ,

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