Griechische Wissenschaftler sind in einer Studie der Frage nachgegangen, wie hoch die Rate eines allergischen Schocks (= Anaphylaxie) bei Kindern und Jugendlichen in Europa nach einer COVID-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist.

Studie

Die Forscher riefen dazu Daten von 371 Anaphylaxie-Fällen nach einer mRNA-COVID-19-Impfung bei Kindern unter 17 Jahren ab, die ab 8. Oktober 2022 bei der EudraVigilance gemeldet wurden. Die EudraVigilance ist ein System zur Meldung von Verdachtsfällen von Nebenwirkungen, die vor und nach der Zulassung eines Arzneimittels übermittelt werden. Für die Entwicklung, Pflege und Koordinierung der EudraVigilance ist die Europäische Arzneimittel-Agentur verantwortlich.

In der Studienperiode wurden insgesamt 27.120.512 Dosen des mRNA-Impfstoffes BNT162b2 von Pfizer/Biontech und 1.400.300 Dosen des mRNA-Impfstoffes 1273 von Moderna an Kinder verabreicht. Es zeigte sich, dass die Gesamt-Anaphylaxie-Rate im Durchschnitt bei 12,81 Fällen pro 106 mRNA-Impfstoffdosen lag. Die Rate bei der Moderna-Impfung lag bei 12,14 Fällen pro 106 verimpfter Dosen und die Rate bei der Biontech-Pfizer-Impfung bei 12,84 Fällen pro 106 Impfdosen.

317 Fälle eines allergischen Schocks nach der Impfung traten bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren auf, gefolgt von 48 Fällen bei den 3- bis 11-jährigen und von 6 Fällen bei den 0- bis 2-jährigen Kindern. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren hatten eine durchschnittliche Anaphylaxie-Rate von 13,52 Fällen pro 106 mRNA-Impfstoffdosen und Kinder im Alter zwischen 5 und 9 Jahren eine Anaphylaxie-Rate von 9,51 Fällen pro 106 mRNA-Impfstoffdosen. Insgesamt kam es zu 2 Todesfällen, die beide die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen betraf. Die Anaphylaxie-Rate mit Todesfolge lag bei 0,07 Fällen pro 106 mRNA-Impfstoffdosen.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Eine Anaphylaxie ist bei Kindern und Jugendlichen, die eine mRNA-COVID-19-Impfung erhalten ein sehr seltenes Ereignis. Dennoch ist eine fortlaufende Überwachung unerwünschter Nebenwirkungen weiterhin unerlässlich, um die Impfpolitik, wie sie bei der SARS-CoV-2 -Pandemie erfolgte, weiter gut führen zu können. Außerdem sollten noch größere Wirklichkeitsstudien über die COVID-19-Impfung unter Einbeziehung klinisch bestätigter Fälle durchgeführt werden.

(drs)

Quelle:  Abstract aus Vaccine, Vol 41, Issue 14, March 2023, pp. 2382-2386

Veröffentlicht am: 24. Mai 2023Kategorien: CoronaSchlagwörter: , ,

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