
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Stigmatisierung durch medizinisches Personal erschwert oder verhindert notwendige Behandlungen von Menschen mit Suchterkrankungen, ob in Arztpraxen oder Kliniken. Das zeigt erstmals eine Studie der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Frankfurt.
Ärztliche Hilfe
Viele Menschen mit Suchterkrankungen nehmen trotz gesundheitlicher Probleme keine ärztliche Hilfe in Anspruch mit oft gravierenden Folgen. Ein Forschungsteam um Dr. Mathias Luderer, Leitung Suchtmedizin, untersuchte gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen und der LMU München erstmals systematisch die Hintergründe. Der Befund ist eindeutig: Ein Gesundheitssystem, das Betroffene durch Blicke, Sprache und Strukturen stigmatisiert, hält sie fern.
Die Zahlen sind deutlich: Aus Sorge vor Stigmatisierung verschwiegen fast 50 Prozent der 119 Befragten ihren Substanzkonsum, 36 Prozent vermieden medizinische Hilfe trotz akuter Erkrankung, 29 Prozent brachen eine laufende Behandlung ab.
Dabei betrifft das Problem nicht nur die Suchtmedizin: Stigmatisierung schafft Barrieren in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und wird damit zur Gefahr für die Patientensicherheit.
Die Studie wurde in „The Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlicht.
Quelle: Universitätsmedizin Frankfurt




