
Bild von Sabine Kroschel auf Pixabay
Kaltes atmosphärisches Plasma (KAP), auch physikalisches Plasma genannt, ist ionisiertes Gas, das zur Behandlung von chronischen, infizierten Wunden und erregerbedingten Hautkrankheiten eingesetzt werden kann. Sein Einsatz bei immunologisch vermittelten Wunden, wie das Pyoderma gangraenosum (PG), ist allerdings bis heute noch nicht ausreichend untersucht worden.
Autoimmunerkrankung
Das Pyoderma gangraenosum ist eine Autoimmunerkrankung, die durch die Bildung von Geschwüren, Gefäßentzündungen und Gewebsnekrosen gekennzeichnet und sehr schmerzhaft ist. Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Dermatologikums Hamburg und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat jedoch im Rahmen einer sogenannten Pilotstudie die Effektivität, Verträglichkeit, Patienten-Präferenzen und die von den Patienten selbst berichteten Ergebnisse der KAP-Behandlung bei einem PG genauer untersucht.
Studienteilnehmer waren 20 Patienten mit einem PG, von denen 10 mit dem KAP behandelt wurden. Die übrigen 10 Personen, die eine Standardtherapie erhielten, dienten als Kontrollgruppe. Die Behandlungsdauer erstreckte sich über 12 Wochen mit 2 KAP-Behandlungen pro Woche in der einen Gruppe bzw. 2 Standardbehandlungen in der Kontrollgruppe. Es wurden außerdem jeweils 5 Studienvisiten durchgeführt.
Die Forscher ermittelten bei jedem der Studienteilnehmer die Wirkungen auf den Wundstatus und die Erfahrungen der Patienten mit der jeweiligen Behandlung, und zwar bezüglich der Schmerzlinderung, der Verbesserung der Lebensqualität und des wahrgenommenen Behandlungsnutzens. In der Gruppe mit der KAP-Therapie war zwischen der 1. Visite und der 5. Visite eine deutliche Verringerung der Fibrin-Beschichtungen der Wunden zu beobachten. Auch die Nekrose zeigte einen Trend hin zu einer Reduktion. Nicht zuletzt fand sich in der KAP-Gruppe eine deutliche Schmerzlinderung zwischen der 1. und der 5. Visite.
Die Ergebnisse dieser Pilotstudie deuten darauf hin, dass die Anwendung des kalten atmosphärischen Plasmas eine sichere und gut verträgliche Behandlungsoption für Patienten mit einem Pyoderma gangraenosum ist und die Schmerzen im Behandlungsverlauf verringern kann, so die Autoren. Allerdings sollten noch weitere größere Studien zum Thema durchgeführt werden.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier
(drs)




