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Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) werden gerne als Zusatzangebote zur Vorsorge oder Diagnostik angeboten. Der Nutzen vieler IGeL-Leistungen ist nicht belegt. Manche gelten auch als schädlich. Dazu zählt auch der weitverbreitete Ultraschall der Eierstöcke.
Anlässlich des Frauentages am 8. März äußert sich die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, dazu mit Blick auf das Thema Frauengesundheit kritisch.
„Frauen nehmen Vorsorgeuntersuchungen häufiger in Anspruch als Männer. Aber leider werden gerade die gesundheitsbewussten Frauen von Ärztinnen und Ärzten auch als attraktive Zielgruppe gesehen, um Geld mit zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen zu verdienen, die nicht nur jeglicher Evidenz entbehren, sondern zum Teil auch mehr schaden als nützen.
Ultraschalluntersuchung
Ein gutes Beispiel dafür ist die Ultraschalluntersuchung zur „Früherkennung“ von Eierstockkrebs. Seit Jahren ist das eine der am häufigsten verkauften IGeL-Leistungen in Deutschland, die gern bei der jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung angepriesen wird.
Das große Problem dabei: Gerade dieser IGeL-Leistung fehlt nicht nur jeder Nutzennachweis, sondern sie wird durch den IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes, auf sehr fundierter Datenbasis, sogar als negativ in ihrer Wirkung bewertet. Denn diese Untersuchung kann das Risiko, an Eierstockkrebs zu sterben, nicht senken.
Wenn Praxen weiterhin wirkungslose, aber finanziell lukrative IGeL-Leistungen während ihrer regulären Sprechzeiten anbieten, blockieren sie damit Kapazitäten für die medizinisch wirklich notwendigen und sinnvollen Behandlungen. Die AOK-Gemeinschaft fordert darum: Praxen sollten IGeL-Leistungen künftig nur noch in gesondert ausgewiesenen Sprechstunden anbieten dürfen. Damit werden schneller Termine für GKV-Versicherte frei und die langen Wartezeiten werden reduziert. Das Thema Frauengesundheit muss in jedem Fall stärker in den Fokus rücken.“
Quelle: News AOK-Bundesverband




