
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
ADHS betrifft nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, deren Probleme bis ins Berufs- und Familienleben hineinreichen. Bei den meisten Betroffenen bleibt die Diagnose ungestellt.
WHO-Fragebogen
Ein Forschungsteam um Dr. Cora Ballmann (München) hat deshalb die deutsche Version des ADHS-Fragebogentests ASRS-5 geprüft, und kam zu einem klaren Ergebnis: Der kurze WHO-Fragebogen ist ein zuverlässiges und praktikables Instrument, gerade in der hausärztlichen Versorgung.
Der Charme des Tests liegt in seiner Schlichtheit: Sechs Fragen, ein Ankreuzschema, Auswertung in Sekunden. Er ist kostenlos verfügbar, in zahlreichen Sprachen abrufbar und kann ohne technischen Aufwand in jeder Praxis eingesetzt werden, vom Arzt selbst oder durch die Medizinische Fachangestellte.
Zusammenspiel Papier und Dialog
Das Screening entfaltet damit seinen größten Nutzen im Zusammenspiel von Papier und Dialog. Für Hausärzte bedeutet das: weniger Frust mit „Dauerkunden“, die wiederholt mit unspezifischen Beschwerden erscheinen, und mehr Klarheit, wann eine Überweisung an Fachärzte sinnvoll ist. Für Betroffene heißt es: ernst genommen werden, eine strukturierte Abklärung erhalten – und im besten Fall früher die Hilfe bekommen, die ihr Leben stabilisieren kann.
Screening ersetzt keine fachärztliche Diagnose – doch es eröffnet Chancen für alle Beteiligten. Ärztinnen und Ärzte erhalten ein handliches Werkzeug für den Praxisalltag.
Podcast ADHS: Kein Grund zur Panik! Verdacht auf ADHS? Diagnostik bei Erwachsenen
Quelle: ots / Expertenrat ADHS




