
Bild von svklimkin auf Pixabay
Schon in der Grundschule gehört Einsamkeit für viele Kinder zum Alltag. Mehr als jedes dritte Kind fühlt sich manchmal einsam, rund jedes zehnte sogar oft oder immer. Das zeigt das Forschungsprojekt „Inspire Youth“ unter Beteiligung der Universität Witten/Herdecke. Befragt wurden 428 Kinder der zweiten bis vierten Klasse an Schulen in Bochum, Herne und Gelsenkirchen.
Begriffserklärung Einsamkeit
Viele Kinder erleben Einsamkeit, können sie aber nicht benennen. Rund ein Drittel kann den Begriff nicht erklären – besonders häufig Kinder, die nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwachsen. Das hat Folgen: Wer kein Wort für ein Gefühl hat, kann schwer darüber sprechen und sucht seltener Hilfe.
Modellprojekt „Inspire Youth“
Beim Projekt „Inspire Youth“ geht es nicht nur darum, Einsamkeit zu messen, sondern sie früh zu erkennen und Kinder im Umgang damit zu stärken. Dafür soll auf allen Ebenen Einsamkeitsprävention verankert werden – im Unterricht, im Ganztag und in den Strukturen der Schule. Kinder sollen lernen, Gefühle zu bemerken und zu benennen, Schulen sollen Zugehörigkeit aktiv fördern und Erwachsene sollen ansprechbar sein, wenn Kinder Hilfe suchen.
Doch die Studie zeigt auch, wie schwierig das in den Schulalltag zu integrieren ist: Große Gruppen, wenig Zeit und fehlende Räume erschweren den Blick auf das einzelne Kind. Gerade leise Kinder werden leicht übersehen. Aber: Geschultes Personal kann Einsamkeit erkennen und durch gezielte Maßnahmen wirksam reduzieren. Das eröffnet konkrete Ansatzpunkte, um Kinder früh zu stärken und ihnen verlässliche soziale Beziehungen zu ermöglichen.
Das Modellprojekt „Inspire Youth“ ist die erste Studie in Nordrhein-Westfalen, die Einsamkeit im Grundschulalter systematisch untersucht. Es läuft noch bis Ende 2027. Untersucht wird, wie Kinder Einsamkeit verstehen, erleben und bewältigen und wie Prävention im Schulalltag gelingen kann. Auf dieser Basis sollen konkrete Empfehlungen für Schulen, Ganztagsangebote und Bildungspolitik entwickelt werden.
Quelle: News Universität Witten/Herdecke




