
Bei vielen neuropsychologischen Funktionsstörungen kommen Therapie-Programme zum Einsatz. Bildrechte: BESIM MAZHIQI Fotograf: Besim Mazhiqi.
Ein Schlaganfall wird meistens mit körperlichen Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht. Doch die häufigsten Folgen sind Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen, Planungsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression und schnelle Erschöpfung. Fachleute gehen davon aus, dass vier von fünf Schlaganfall-Betroffenen unter neuropsychologischen Störungen leiden.
Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai aufmerksam.
Umfrage
Eine Erhebung der Deutschen Schlaganfall-Hilfe unterstreicht die Herausforderungen für die Betroffenen. Sie befragte 1.000 Patientinnen und Patienten in der häuslichen Nachsorge. 55 Prozent von ihnen gaben an, seit dem Schlaganfall unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu leiden. 28 Prozent hatten Probleme mit der Sprache oder dem Lesen. Solche Aphasien – Sprach- und Sprachverständnisstörungen – machen es Betroffenen besonders schwer, sich im Alltag zu verständigen.
Für Außenstehende bleiben diese Veränderungen oft verborgen – mit schwerwiegenden Folgen für Beruf, Familie und soziale Teilhabe. Die Betroffenen wirken gesund, deshalb reagiert ihr Umfeld mit Unverständnis.
Therapie-Tipps für Betroffene
- Ambulante Neuropsychologie, Ergotherapie und Sprachtherapie (Logopädie) in Anspruch nehmen
- Eigentraining mit spezifischen Apps
- In kurzen Einheiten trainieren (20 – 30 Minuten) und regelmäßige Pausen einplanen
- Feste Tagesstrukturen beim Training und Ablenkungen reduzieren
- Hilfsmittel wie Checklisten oder Erinnerungsfunktion des Handys nutzen
- Tipps für Angehörige
- offen, aber ohne Vorwürfe kommunizieren
- konkrete Beobachtungen schildern statt zu bewerten
- Betroffene nicht überfordern
- emotionale Veränderungen nicht persönlich nehmen
- Geduld haben
Quelle: gesundheit adhoc




