Bild: R_B_by Marco Zaremba auf pixelio.de
Fieber ist ein wichtiger Prognose-Marker bei Patienten mit einer Sepsis. Ob eine Erhöhung der Körpertemperatur aber auch einen Aussagewert über die Prognose von alten Patienten mit einer Infektion, aber ohne eine Sepsis, hat, ist bislang noch unklar.
Studie
Dieser Frage sind nun jedoch dänische Wissenschaftler in einer Studie genauer nachgegangen. Im Einzelnen untersuchten sie bei Patienten im Alter ab 65 Jahren, die eine Infektion und/oder Sepsis hatten, den möglichen Zusammenhang zwischen ihrer Körpertemperatur bei Eintreffen in einer Notaufnahme und der Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 28 Tagen zu versterben. Von 1.431 in die Studie eingeschlossenen Patienten im durchschnittlichen Alter von 78,9 Jahren (49,3 % Männer) erfüllten 545 (38,1 %) die Kriterien für eine Sepsis.
Auswertung
Die Datenauswertung ergab, dass in der Gruppe der Patienten ohne Sepsis, die Sterbewahrscheinlichkeit über den Körpertemperaturbereich von 36 bis 41 °C hinweg stabil war, und zwar ohne statistisch signifikanten Zusammenhang, auch wenn eine mäßige Zunahme des Risikos, zu versterben, bei einer Körpertemperatur von unter 36 °C zu beobachten war.
Außerdem zeigte sich, dass in der Gruppe der Patienten mit einer Sepsis eine Hypothermie, also eine zu niedrige Körpertemperatur (<36 °C), mit einer erhöhten Mortalität (=Sterbewahrscheinlichkeit) zusammenhing, Fieber (>38 °C) dagegen einen Schutzfaktor darstellte.
Bei alten Erwachsenen mit einer Infektion, aber ohne Sepsis, sagt die Körpertemperatur bei der Einlieferung in der Notaufnahme nichts über die 28-Tages-Mortalität aus, so die Studienautoren. Bei Patienten mit einer Sepsis ist dagegen eine Hypothermie mit einem höheren und Fieber mit einer geringeren Sterberisiko assoziiert.
Die Studie wurde im American Journal of Emergency Medicine veröffentlicht.
(drs)




