
Bildquelle: Universität Hohenheim / Wolfram Scheible
Eine Adipositas-Therapie geht auch mit der Änderung des Lebensstils einher. Das erfordert von den Patienten jedoch viel Zeit und Disziplin. Zwar verlieren Teilnehmende durch strukturierte Programme zur Lebensstiländerung im Durchschnitt deutlich an Körpergewicht, doch nicht alle profitieren gleichermaßen.
Prognose-Modell
Um hier Abhilfe zu schaffen, entwickelte ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim in Stuttgart nun ein Verfahren, das bereits vor Therapie-Beginn Aufschluss über den Behandlungserfolg geben soll. Verfolgt wurde ein moderner Ansatz der personalisierten Medizin.
Untersucht wurden 50 Erwachsene mit fortgeschrittener Adipositas (meist Adipositas Grad III). Menschen mit diesem Grad der Adipositas haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafapnoe und Gelenkprobleme.
Sie alle absolvierten ein einjähriges strukturiertes, nicht chirurgisches und nicht medikamentöses Abnehmprogramm mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie.
Für ihr Prognose-Modell nutzten die Forschenden die Daten der Teilnehmenden und trainierten eine künstliche Intelligenz mit vielen Hundert Messwerten.
Personalisierte Ernährung
Für die Wissenschaftler der Universität Hohenheim sind die Ergebnisse ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Ernährung in der Adipositas-Therapie. Auf diese Weise könnten Personen, bei denen das Programm voraussichtlich nicht erfolgreich sein wird, bereits vor der Teilnahme identifiziert und anderen Therapien zugeordnet werden. Dazu zählen Therapien, die Medikamente einsetzen oder einen chirurgischen Eingriff vorsähen.
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Microbiome veröffentlicht.
Quelle: News Universität Hohenheim




