
Bild von Marco Jean deOliveira Teixeira auf Pixabay
Rund 68.000 Frauen in Deutschland leben mit Brustkrebs, der Metastasen gebildet hat, der Tumor hat also in andere Organe gestreut. In diesem Stadium ist der Krebs nicht mehr heilbar, mithilfe moderner Therapien lässt sich die Erkrankung aber vorübergehend kontrollieren und die Lebenserwartung um mehrere Jahre verlängern.
App erleichtert Alltag
Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Deutschen Krebsgesellschaft konnten in einer Studie zeigen, dass eine regelmäßige Befragung nach dem Befinden der Patientinnen per App deren belastende Erschöpfung lindern und ihren Alltag erleichtern kann. Entwickelt wurde dafür das digitale Behandlungskonzept PRO B
An der Studie beteiligt waren 52 Brustkrebszentren, die Behandlungsteams begleiteten 909 Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs im Alter von 19 bis 81 Jahren über ein Jahr hinweg. Rund die Hälfte der Frauen wurde neben der medikamentösen Tumortherapie mit dem PRO-B-Konzept betreut.
PRO-B-Konzept
Kern des PRO-B-Projekts ist eine App, die den Frauen einmal pro Woche strukturiert bis zu 52 Fragen zu ihren Symptomen, ihrem Alltag und ihrer emotionalen Verfassung stellt. Dazu zählen zum Beispiel „Hatten Sie Schmerzen?“, „Waren Sie selbst für Ihre gewohnten Tätigkeiten zu müde?“ oder „Waren Sie kurzatmig?“. Die Antworten werden anschließend von einem Algorithmus ausgewertet, der relevante Veränderungen umgehend an das Behandlungsteam meldet. Das benachrichtigte Team ruft die Patientinnen innerhalb von 48 Stunden an und klärt, ob und, falls ja, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.
Das Ergebnis: Die Patientinnen in der PRO-B-Gruppe berichteten über signifikant weniger Fatigue. Damit bezeichnet wird ein physischer, emotionaler oder mentaler Erschöpfungszustand, der den Alltag stark einschränken kann. Außerdem schätzten sie ihre körperliche Funktionsfähigkeit besser ein und mussten seltener im Krankenhaus behandelt werden.
Aufgrund der positiven Ergebnisse empfiehlt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das neue Behandlungskonzept in die Regelversorgung zu überführen.
Das Innovationsfonds-Projekt PRO B wurde zusammen mit den Krankenkassen BARMER, DAK-Gesundheit und mkk – meine krankenkasse umgesetzt.
Quelle: News Charité – Universitätsmedizin Berlin




