
Alarmierende Gesetzeslücke schließen: Cannabis nur nach ärztlicher Diagnose, Symbolbild, Bildrechte: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Fotografin: Daniela Stanek
Am 14. Januar 2026 wurde der Gesetzesentwurf zur Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages zur Anhörung vorgelegt.
Hintergrund
Seit der Teillegalisierung 2024 ist die Zahl der ärztlichen Verordnungen von medizinischem Cannabis stark gestiegen. Dabei hat sich die Praxis etabliert, dass viele Cannabis-Rezepte online, ohne persönliche ärztliche Untersuchung, ohne leitliniengerechte Abklärung alternativer Therapien und ohne kontinuierliche fachärztliche Begleitung ausgestellt werden. Obwohl Medizinal-Cannabis einen deutlich höheren Wirkstoffgehalt aufweist als Cannabisprodukte, die nicht medizinisch abgegebenen werden.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) begrüßt den Gesetzentwurf und hofft, dass die sicherheitsrelevanten Regelungen im Gesetz ohne Abstriche verabschiedet werden.
Forderungen des DVR
Der DVR fordert klare gesetzliche Regelungen, die sowohl die Verkehrssicherheit als auch den Patientenschutz gewährleisten. Konsumenten von Medizinal-Cannabis sollen Ärzte, Ärztinnen, Apotheker und Apothekerinnen persönlich aufsuchen. Digitale Verschreibungsmodelle ohne persönliche Untersuchung und Diagnose sind auszuschließen, um Missbrauch und Abhängigkeit zu verhindern.
Aufklärungskampagne
Mit seiner Präventionskampagne „High lässt fahren“ klärt der DVR seit 2024 insbesondere die Hochrisikogruppe junger Verkehrsteilnehmender bundesweit über die Gefahren von Cannabis im Straßenverkehr auf. Das reicht jedoch nicht.
Laut einer Umfrage im Auftrag des DVR weiß die Hälfte der 18-24-Jährigen nicht, dass während der Führerschein-Probezeit und unter 21 Jahren ein absolutes Konsumverbot gilt.
„Die Zahlen sind alarmierend“, sagt Manfred Wirsch. „Es ist unverantwortlich, dass so viele junge Menschen die Risiken von Cannabis am Steuer nicht kennen. Die Bundesregierung muss ihr Engagement in der Aufklärungsarbeit dringend verstärken – sonst stehen Menschenleben auf dem Spiel.“
Die Anhörung ist in der Mediathek des Deutschen Bundestags veröffentlicht.
Quelle: News DVR




