Die übermäßige und unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, auch Über-Supplementation genannt, kann erhebliche gesundheitliche Risiken nach sich ziehen. Dies trifft insbesondere, wenn natürlich auch nicht ausschließlich, auf das Jugendalter zu. Bespielhaft zeigt dies der Fall eines 17-jährigen jungen Mannes, der von Wissenschaftlern in den USA vor Kurzem in der Fachzeitschrift „AACE Endocrinology and Diabetes“ veröffentlicht wurde.

Krankheitssymptome

Der Patient, von dem hier berichtet wird, stellte sich mit Bauchschmerzen, Knieschmerzen und starkem Untergewicht bei einer im Blut festgestellten Hyperkälzämie (= zu hohes Kalzium) vor. Der Wert lag bei 15,5 mg/dl (normal: 8,4-10,2 mg/dl).

Die Anamnese-Erhebung ergab, dass der junge Mann selbstgemachte Milchshakes, die mit Vitamin D angereichert waren, eingenommen hatte, und zwar ein ganzes Jahr lang täglich 14.045 Einheiten und in den letzten 10 Tagen vor der ärztlichen Vorstellung sogar doppelt so viel. (Zum Vergleich: Eine Dosis der gängigen Vitamin D-Supplementierung liegt, falls diese überhaupt erforderlich ist, also bei einem Vitamin D-Mangel, bei 1.000-2.000 Einheiten pro Tag).

Weitere Laboruntersuchungen des korrigierten Kalziums, des Phosphats, des 25-Hydroxyvitamin D, des 1,25-Dihydroxyvitamin D und des Parathormons im Serum bestätigten die Diagnose einer Hypervitaminose D, also zu viel Vitamin D im Körper. (Wichtig dabei ist zu wissen, dass Vitamin D die Absorption von Calcium in den Knochen fördert und damit auch den Calcium-Haushalt reguliert).

Der Patient wurde mit intravenöser Flüssigkeitszufuhr und einer kalziumarmen Diät behandelt, was zu einer Verbesserung der Symptome innerhalb von 2 Tagen führte. Innerhalb von 1 Monat hatten sich dann auch die Calciumwerte und nach 6 Monaten die Vitamin D-Werte wieder normalisiert.

Dieser Fall zeigt, wie gefährlich eine übermäßige Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel sein kann. Ärzte sollten sich des Missbrauchsrisikos von Vitaminen/Nahrungsergänzungsmittel insbesondere bei jungen Menschen bewusst sein, nach einer Supplementierung fragen und über die schädlichen Folgen, die mit einer unangemessenen Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel assoziiert sind, aufklären, so die Autoren.

(drs)

Veröffentlicht am: 25. März 2026Kategorien: Medizin aktuellSchlagwörter: ,

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