
Schokolade: Darm leidet unter abendlichem Naschen (Foto: pixabay.com, Alexander Stein). Bildquelle: pte
Chronischer Stress stört die Darmfunktion und kann zu Durchfall oder Verstopfungen führen. Essen spät am Abend verstärkt diese Auswirkungen noch, wie eine Studie des New York Medical College at Saint Mary’s and Saint Clare’s Hospital zeigt. Es geht nicht nur darum, was gegessen wird, sondern auch wann, betont Forschungsleiterin Harika Dadigiri. Haben Menschen bereits Stress, kann das Timing sich doppelt negativ auf die Darmgesundheit auswirken, heißt es.
Studie
Für die Studie wurden Daten von mehr als 11.000 Teilnehmern der „National Health and Nutrition Examination Survey“ analysiert. In der Folge wurden die Zusammenhänge zwischen chronischem Stress, nächtlichem Essen und Störungen der Darmfunktion untersucht.
Demnach leiden Personen mit einer hohen allostatischen Last, die auch mehr als 25 Prozent der täglichen Kalorien nach 21 Uhr zu sich nehmen, 1,7 mal wahrscheinlicher an Verstopfung oder Durchfall. Bei der allostatischen Last handelt es sich um Überbeanspruchungs- und Abnutzungseffekte, die durch eine wiederholte Belastung entstehen.
Bakterien geschädigt
So zeigen die Daten von mehr als 4.000 Teilnehmenden am „American Gut Project“, dass Menschen mit einem hohen Stresslevel und spätabendlichem Essen 2,5 mal so wahrscheinlich angeben, Darmprobleme zu haben. Diese Personen verfügen zudem über eine deutlich geringere Vielfalt der Darmflora. So verstärkt der Zeitpunkt von Mahlzeiten die Auswirkungen von Stress über die Darm-Hirn-Achse. Dieser wechselseitige Kommunikationsweg umfasst Nerven, Hormone und Darmbakterien.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, konnten die Forscher nur Zusammenhänge nachweisen und keine Verbindung von Ursache und Wirkung. Diese Ergebnisse bestätigen jedoch die Bedeutung der Chrononutrition, also die Erforschung des Essens entsprechend der inneren Uhr. Harika Dadigiri betont, dass bereits kleine Verhaltensänderungen zu einer Verbesserung des Wohlbefindens führen können.
Quelle: pte




