Kräuterzigaretten werden als sicherere, nikotinfreie Alternativen wahrgenommen, häufig mit therapeutischen Behauptungen. Solche nicht geprüften Behauptungen können jedoch Raucher in die Irre führen und Nichtraucher dazu ermutigen, mit dem Rauchen zu beginnen, unter dem Vorwand, harmlos oder sogar vorteilhaft zu sein.

Doch sie sind nicht weniger gefährlich als normale Tabakzigaretten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern des Indian Institute of Technology Gandhinagar (IITGN) und der University of Illinois Urbana-Champaign (UIUC).

Risiko für Herz und Lunge

Die Wissenschaftler haben die Emissionen von zwei der meistverkauften Tabakmarken Indiens mit vier beliebten Kräutersorten, die Kombinationen aus Basilikum, Nelke, Zimt, Minze, grünem Tee, Seerose und Kamille enthielten, verglichen. Um die Emissionen zu charakterisieren, wurde jede Zigarette in einer versiegelten, automatisierten Zweikammervorrichtung verbrannt, die so konstruiert war, dass sie die menschliche Inhalation imitiert.

Als Indikator für die Toxizität der Emissionen quantifizierten sie das oxidative Potenzial der gesammelten Partikel. Dieses ist die Fähigkeit des Rauchs, reaktive Sauerstoffmoleküle zu erzeugen, sogenannte Radikale, die Entzündungen verursachen, das Lungengewebe beeinträchtigen und das Risiko von Herzerkrankungen erhöhen.

„Unsere Ergebnisse stellen die weitverbreitete Annahme infrage, dass tabakfrei gleichbedeutend mit risikofrei ist. Die Emissionen von Kräuterzigaretten sind in fast allen von uns gemessenen Parametern mit denen von Tabakzigaretten vergleichbar oder übersteigen diese sogar. Mit Blättern umhüllte Kräutervarianten erwiesen sich als die gefährlichsten aller getesteten Proben“, so Sameer Patel vom IITGN.

Eine mit Basilikum gefüllte Kräuterzigarette wies die höchste Bleikonzentration auf, obwohl sie als „chemikalienfrei mit 100 Prozent natürlicher Füllung für einen gesunden Lebensstil“ vermarktet wurde. „Diese Erkenntnis ist wichtig, da viele Verbraucher nikotinfreie Produkte mit geringerem Schaden assoziieren“, ergänzt Vishal Verma von der UIUC.

Da die Kategorie der Kräuterzigaretten durch Wellness-orientierte Sprache potenziell jüngere Konsumenten und Erstraucher anzieht, bestehe dringender Bedarf an der Entwicklung von Rahmenbedingungen zur Regulierung der Vermarktung dieser Produkte, so die Wissenschaftler.

Quelle: pte

Veröffentlicht am: 8. Juni 2026Kategorien: LifestyleSchlagwörter: , ,

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