
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Geringe Aufmerksamkeit, innere Unruhe und eine ausgeprägte Impulsivität: Immer mehr Erwachsene erhalten die Diagnose Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Das zeigen Auswertungen der AOK Rheinland/ Hamburg im Vorfeld des internationalen ADHS-Tags am 13. Juli. Demnach hat sich die Zahl der Diagnosen im Zeitraum von 2014 bis 2024 an Rhein und Ruhr und in Hamburg nahezu verdreifacht.
Frauenanteil steigt
Vergleicht man die Diagnosehäufigkeit bei Männern und Frauen, fällt auf, dass zwar weiterhin hauptsächlich Männer mit ADHS diagnostiziert werden, die Erkrankung aber auch zunehmend bei Frauen festgestellt wird. Während 2014 nur 32,7 Prozent der Diagnosen auf Frauen entfielen, waren es im Jahr 2024 bereits 39,4 Prozent.
Auch wenn die ADHS-Diagnose erst im Erwachsenenalter festgestellt wird, ist sie ein wichtiger Schritt für die Betroffenen, denn mehr als 50 Prozent der erwachsenen Patientinnen und Patienten entwickeln zusätzlich eine Depression oder Angststörungen – das betrifft überdurchschnittlich Frauen. Auch Essstörungen können Begleiterscheinungen sein, ebenso psychosomatische Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder chronisches Erschöpfungssyndrom.
Wer als Erwachsener den Verdacht hat, ADHS zu haben, kann sich an seine hausärztliche Praxis wenden, die eine erste strukturierte Einschätzung vornehmen kann und bei Bedarf in eine fachärztliche oder psychotherapeutische Behandlung überweisen kann.
Quelle: News AOK Rheinland-Hamburg




