
Bild von Masum Ali auf Pixabay
Seit dem weltweiten Auftreten von Affenpocken-Infektionen im Jahr 2022 sind auch eine Zunahme und häufig erhöhte Schweregrade dieser Infektionen bei Patienten mit HIV zu beobachten. Daten über Vorhersage-Variablen für die Diagnose, über eine Impfung und die Krankheitsverläufe von Affenpocken (= Mpox) bei HIV-Patienten liegen bislang nur in begrenztem Maße vor.
Studie
Diesen Fragen sind nun jedoch Wissenschaftler in den USA in einer Studie nachgegangen. Studienteilnehmer waren 19.777 HIV-Patienten mit hausärztlichen Besuchen nach dem 1. Januar 2022 an 9 US-Standorten, die am HIV-Forschungsnetzwerk „Centers for AIDS Research Network of Integrated Clinic Systems (CNICS)“ teilnahmen.
Unter den 19.777 Patienten, die betreut wurden, fanden sich 413 Affenpocken-Fälle, die alle männlichen Geburtsgeschlechts waren. Faktoren, die eine Mpox‑Diagnose vorhersagen konnten, waren ein Lebensalter von unter 40 Jahren, bestimmte geographische Regionen, hispanische/latine Ethnizität, eine fehlende antiretrovirale Therapie, eine nachweisbare HIV‑Viruslast und eine kürzlich aufgetretene bakterielle sexuell übertragbare Infektion.
Analysen
Die weiteren Analysen ergaben, dass unter den HIV-Patienten mit den Affenpocken, diejenigen Personen, die eine CD4‑Zellzahl von 200-349 Zellen/mm³ aufwiesen, verglichen mit denjenigen mit einer CD4-Zellzahl ≥ 500, die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Krankenhauseinweisung hatten, aber nur halb so häufig Tecovirimat erhielten wie diejenigen mit einer CD4‑Zellzahl von <200 Zellen/mm³. Die CD4-Zellzahl (T-Helferzellen) ist ein wichtiger Hinweis für die Stärke des Immunsystems, und zwar vor allem bei HIV-Infektionen.
Laut den Studienergebnissen haben Personen mit HIV, die keine antiretrovirale Therapie erhalten oder eine gewisse HIV-Virenlast aufweisen, häufiger die Diagnose von Affenpocken und müssen auch häufiger deswegen ins Krankenhaus. Die Wirksamkeit des Mpox-/Pockenimpfstoffs ist allerdings hoch, und zwar auch bei den HIV-Patienten, die niedrige CD4-Zahlen oder eine HIV-Virämie aufweisen, so die Wissenschaftler abschließend.
(drs)




