
Bildrechte: ©BPI/Shutterstock_Dusan Petkovic, Fotograf: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
Kritische Worte findet der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Dr. Kai Joachimsen, zum geplanten GKV- Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG). „Wer nur das Billigste will, verhindert, dass bekannte Wirkstoffe, die dringend auch für Kinder benötigt werden, kindgerecht weiterentwickelt und als Kinderarzneimittel zugelassen werden können“.
Preismoratorium
Seit 2010 gibt es im Arzneimittelmarkt ein Preismoratorium. Das soll mit dem BStabG ausgeweitet werden, so dass sich künftig der Preis eines neuen Präparats am niedrigsten existierender Marktpreis eines Produkts mit demselben Wirkstoff und vergleichbarer Darreichungsform zu orientieren hat.
Viel zu viele Arzneimittel mit bekannten Wirkstoffen sind nach den Worten des BPI-Hauptgeschäftsführers noch immer nicht für Kinder zugelassen. „Der so genannte Off-Label Use, also der Anteil von nicht für Kinder zugelassenen, aber in der Pädiatrie verwendeten Arzneimitteln liegt in Deutschland bei 65 bis 90 Prozent. Und das, obwohl alle wissen: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.“ Es fehlten geeignete Dosierungen, Darreichungsformen und Hilfsstoffe sowie altersgerechte Anwendungskonzepte.
Keine EU-Anreize für Kinderarzneimittel
Weiter kritisiert der BPI, dass auch die EU das Thema Kinderarzneimittel vernachlässige. Spezifische Anreize zur Entwicklung von Kinderarzneimitteln – insbesondere PUMA-Arzneimittel (Paediatric Use Marketing Authorization, Weiterentwicklung bereits im Markt befindlicher Arzneimittel für Kinder auf Basis bewährter Wirkstoffe) – fehlten komplett.
„Es ist gut, wenn High-Tech-Biotech-Projekte gepusht werden; es ist schlecht, wenn wichtige pädiatrische Weiterentwicklungen bewährter Wirkstoffe weiterhin unterfinanziert und wirtschaftlich unattraktiv bleiben“, fasst Dr. Joachimsen zusammen.
Quelle: ots / BPI




