
Clostridium difficile (= Clostridioides) ist ein obligat anaerob wachsendes, grampositives Stäbchenbakterium, dass die Fähigkeit hat, Sporen zu bilden. Eine Infektion mit Clostridioides difficile verursacht eine akute Darmentzündung mit schleimig-blutigen Durchfällen, Fieber und Bauchschmerzen. In der überwiegenden Anzahl der Fälle geht der Infektion eine Therapie mit Antibiotika voraus, die zu einer Zerstörung der normalen Darmflora führt.
Nicht-antibiotische Medikamente
Ob jedoch auch nicht-antibiotische Medikamente eine Rolle bei der Clostridien-Infektion (CDI) spielen können und wenn ja, um welche Substanzen es sich dabei handelt, ist bis heute noch nicht ganz klar. Eine Gruppe kanadischer Wissenschaftlern haben den Beitrag von Antibiotika und nicht-antibiotischen Medikamenten am Risiko für eine Clostridium difficile-infektion (CDI) bei Erwachsenen im Alter ab 65 Jahren, die in vorangegangenen 30 Tagen nicht im Krankenhaus waren, in einer Studie untersucht.
Unter den 16.196 CDI-Fall-Patienten und 549.831 Kontrollpersonen wurden 335 Medikamente eingeschlossen. Es zeigte sich, dass bei den Antibiotika die Präparate Amoxicillin-Clavulansäure, Clindamycin, Ciprofloxacin und Cephalexin den größten Beitrag am CDI-Risiko leisteten. Unter den nicht-antibiotischen Medikamenten waren es Pantoprazol und Eisenfumarat.
Antidiabetikum Metformin
Die weiteren Analysen ergaben, dass das Antidiabetikum Metformin einen schützenden Zusammenhang aufwies. Tiefergehende Untersuchungen ergaben dann noch, dass eine Teilmenge von 182 Medikamenten einen positiven Zusammenhang mit dem Risiko für eine Clostridium difficile-Infektion hatte. Diese Studie gibt Einblicke in die Ursache von Clostridium difficile-Infektionen sowie Ansatzpunkte für den Umgang (Stewardship) und die Arzneimittel-Repositionierung, um die CDI und antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen, so die Autoren.
(drs)




