
Bild von Bruno/Germany auf Pixabay
Kinder, die in einer bäuerlichen Umgebung aufgewachsen sind, bekommen weniger Allergien, Heuschnupfen und Asthma als Stadtkinder. Dieser sogenannte Bauernhof-Effekt wurde in mehreren Beobachtungsstudien weltweit ermittelt. Höchstwahrscheinlich ist der Effekt darauf zurückzuführen, dass diverse Bakterien aus der Stallluft überschießende Entzündungsreaktionen des Immunsystems verhindern, wie sie für Allergien, Heuschnupfen und Asthma kennzeichnend sind.
Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Prof. Dr. Markus Ege vom Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums und dem Institut für Asthma- und Allergieprävention am Helmholtz Munich haben erstmals gezeigt, „welche Bakterien in der Stallluft den Bauernhofeffekt auslösen, welche Stoffe der Bakterien ihn vermitteln und an welchen Rezeptoren im Körper sie andocken, um ihre potenzielle schützende Wirkung zu entfalten.“
Gram-positive Bakterien
Es handelt sich hier um sogenannte gram-positive Bakterien wie Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis, die zusammen zwei Drittel des gesamten Bauernhof-Effekts auf Asthma und zur Hälfte auf Heuschnupfen und Neurodermitis vermitteln. Die Bakterien stammen aus dem Verdauungstrakt der Kuh, wo sie Stoffe wie Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure produzieren oder verstoffwechseln, die leicht eingeatmet und von den zwei Rezeptoren AhR und PPARy auf den menschlichen Atemwegszellen erkannt werden können.
Perspektive
Die neuen Erkenntnisse können jetzt von Laborforschern genutzt werden, um die molekularen und zellulären Mechanismen des Bauernhof-Effekts zu entschlüsseln. Das eröffnet die Perspektive, ein Medikament zu entwickeln, das den Bauernhof-Effekt nachahmt, ohne dass sich Kinder dafür im Kuhstall aufhalten müssen.




